Bresan, Uwe

Stifters Rosenhaus

Eine literarische Fiktion schreibt Architekturgeschichte
Mit einem Vorwort von Wolfgang Voigt

16.50 

1857 erschien der Roman »Der Nachsommer« des österreichischen Schriftstellers Adalbert Stifter. Im Zentrum der biedermeierlichen Coming-of-Age-Erzählung steht der jugendliche Naturforscher Heinrich Drendorf, der sich vor einem Gewitter in das Landhaus des Freiherrn von Risach rettet. Weite Teile des Romans sind in der Folge
der Beschreibung des Hauses, das durch seinen überreichen Blumenschmuck zumeist als Rosenhaus bezeichnet wird, gewidmet: Fast minutiös sind die einzelnen Wohnräume, ihre Gestaltung und ihre jeweilige Einrichtung beschrieben. Diese Schilderungen veranlassten in den vergangenen 150 Jahren die verschiedensten
Architekten dazu, mögliche Rekonstruktionen des Hauses zu entwerfen und zu der von Stifter vermittelten Idealarchitektur Stellung zu beziehen. »Stifters Rosenhaus« verfolgt diese Rezeption innerhalb der modernen Architekturgeschichte von ihren Anfängen im Umfeld der Wiener Secession, über ihre Blütezeit in der Generation der Werkbund-Väter und im Milieu der Stuttgarter Schule, bis zu ihrem Nachleben im deutschen Architekturdiskurs der Spätmoderne. Stifters Roman wird damit als eine der wirkmächtigsten Architekturerzählungen der Moderne wiederentdeckt.

Uwe Bresan, Jahrgang 1980, studierte Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main. Seit 2008 ist er als Redakteur bei der deutschen Architekturfachzeitschrift AIT tätig. Daneben forscht und publiziert er zu
Themen der Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zu Fragen der queeren Architektur.

2017, 3. Auflage, 248 Seiten, brosch. .

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